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Name des Begriffes: Migrantenfamilien
Beschreibungen des Begriffes:

Migrantenfamilien

Ca. 28 Prozent der Familien in Deutschland sind Familien mit Migrationshintergrund. Damit ist gemeint, dass mindestens ein Familienmitglied außerhalb von Deutschland geboren ist und eine eigene Migrationserfahrung aufweist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Familien mit Migrationshintergrund sind keine homogene Gruppe, sondern unterscheiden sich hinsichtlich Einkommen, Bildungsniveau, Auffassungen und Lebensweisen ähnlich vielfältig wie Familien ohne Migrationshintergrund. Allerdings unterliegen Familien mit Migrationshintergrund oftmals gewissen strukturellen Benachteiligungen, vor allem in Bezug auf das Bildungssystem und die Erwerbschancen.


So haben verschiedene Untersuchungen wiederholt auf die Benachteiligung von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund im Bildungssystem hingewiesen. Um der Chancenungleichheit in der Bildung zu begegnen, ist es neben einem gesellschaftlichen Umdenken auch notwendig, die Eltern in den Bildungsprozess ihrer Kinder verstärkt einzubinden. Die vorhandenen Erziehungskompetenzen müssen anerkannt und gefördert werden, denn der Grundstein für Bildungschancen, aber auch für die Bindungs- und Beziehungsfähigkeit des Kindes wird in den frühen Lebensjahren in der Familie gelegt. Eltern mit Migrationshintergrund, die häufig unter erschwerten Bedingungen leben, benötigen deshalb Angebote niedrigschwelliger Familienbildung. Dies ist möglich durch Familienzentren mit multiprofessionellen und multikulturellen Teams, die übergreifende Hilfen und Beratung unter einem Dach anbieten. Die Angebote müssen an der Lebenswelt der Betroffenen orientiert sein.


Zudem sind Familien mit Migrationshintergrund häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und von Transferleistungen abhängig. Hier bedarf es gezielter Unterstützung durch Angebote zur Sprachförderung und auf die individuelle Situation zugeschnittene Instrumente der Arbeitsmarktpolitik.

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