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Name des Begriffes: Regenbogenfamilien
Beschreibungen des Begriffes:

Regenbogenfamilien

Zur Vielfalt Familie gehören für das Zukunftsforum Familie (ZFF) auch so genannte Regenbogenfamilien, also gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. Diese Gruppe ist zahlenmäßig ziemlich klein, sie nimmt aber zu. Laut Mikrozensus 2012 gibt es in Deutschland 73.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Rund 9 Prozent der gleichgeschlechtlichen Paare leben mit Kindern. Weniger als 0,05 Prozent aller Kinder wachsen also in Regenbogenfamilien auf. Der überwiegende Teil dieser Kinder lebt mit zwei Müttern zusammen. Die genannten Werte dürften allerdings - wie das Statistische Bundesamt selbst konstatiert - eher eine Untergrenze darstellen. Einer 2009 vom Bundesjustizministerium vorgestellten Studie zur Lebenssituation von Kindern in eingetragenen Lebenspartnerschaften zufolge ist das Wohlergehen von Kindern bei lesbischen oder schwulen Eltern genauso gewahrt wie bei heterosexuellen Eltern. Als entscheidend für die Entwicklung der Kinder erweist sich die Beziehungsqualität in der Familie, nicht die sexuelle Orientierung der Eltern.
Regenbogenfamilien haben - selbst wenn sie in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben - mit zahlreichen rechtlichen, finanziellen und sozialen Benachteiligungen zu kämpfen, beispielsweise bei der Realisierung des Kinderwunsches oder bei der rechtlichen und finanziellen Absicherung der Familie. Auch Diskriminierungserfahrungen, bei Kindern vor allem im Bildungsbereich, sind nach wie vor aktuell.
Wichtige Verbesserungen für Regenbogenfamilien sind sensibilisierte Beratungs- und Bildungsangebote, der freie Zugang zu reproduktionsmedizinischen Angeboten für Frauen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, die volle rechtliche und steuerliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe bzw. eine Öffnung der Ehe sowie ein rechtlicher Rahmen für Mehreltern-Konstellationen.

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