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Kinder in den Mittelpunkt stellen!

Berlin, 06.07.2016 Zu den heute veröffentlichten Studien der Bertelsmann-Stiftung zur Situation von Alleinerziehenden erklärt Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V.:

"Die Familienpolitik muss endlich die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Davon würden insbesondere die Kinder von Alleinerziehenden profitieren, die von Armut und prekären Lebensverhältnissen besonders betroffen sind.

Um das Armutsrisiko von Kindern Alleinerziehender zu senken, muss der Unterhaltsvorschuss reformiert werden: Die Begrenzung der Bezugsdauer auf 72 Monate und die Altersgrenze von zwölf Jahren sollten abgeschafft bzw. ausgedehnt werden. Auch der volle Abzug des Kindergeldes muss geändert werden.

Der Kinderzuschlag ist so zu reformieren, dass er mehr Kindern in Alleinerziehenden-Haushalten zugutekommt. Dafür sollte ein Freibetrag für Unterhalt, Unterhaltsvorschuss und Waisenrente eingeführt bzw. die Anrechnung dieser Leistungen vermindert werden. Zudem bedarf es höherer, altersabhängiger Beträge und eines vereinfachten Antragsverfahrens.

Die Mehrbedarfe, die durch einen Wechsel der Kinder zwischen zwei elterlichen Haushalten entstehen, müssen im Sozialrecht angemessene Berücksichtigung finden.

Langfristig setzt sich das ZFF für eine sozial gerechte Kindergrundsicherung ein. Diese dient der Sicherung des soziokulturellen Existenzminimums aller Kinder unabhängig von der Familienform, in der sie leben und aufwachsen.“