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Pressemitteilung Thema: Kinderarmut

Es kommt auf das „Wie“ an: Mit den richtigen Stellschrauben kann die Sozialstaatsreform Armut verringern und soziale Gerechtigkeit stärken!

Berlin, 19.08.2026 – Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der ifo- Studie im Auftrag des AWO Bundesverbandes e. V. zur Umsetzung der Sozialstaatsreform begrüßt das Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) die vorgestellten Ergebnisse. Die Studie zeigt auf, wie eine Reform des Sozialstaats gerecht und armutsvermeidend gestaltet werden kann. Langfristig gehen dem ZFF die in der Studie aufgeführten Vorschläge aber nicht weit genug.

Britta Altenkamp, Vorsitzende des ZFF, erklärt dazu: „Die Studie zeigt konkrete Stellschrauben auf, mit denen sich Verschlechterungen für Menschen mit niedrigen Einkommen und insbesondere für Familien mit Kindern bei der Umsetzung der Sozialstaatsreform vermeiden lassen. Gerade bei der geplanten Zusammenlegung von Sozialleistungen wie Grundsicherung, Kinderzuschlag und Wohngeld kommt es deshalb entscheidend auf das „Wie“ an: Niedrigere Transferentzugsraten, großzügige Vermögensgrenzen, ein Verzicht auf Sanktionen sowie ein Alleinerziehendenfreibetrag und ein Erwerbsbooster können Armut verringern und Arbeitsmarktchancen verbessern. Wir verstehen dies auch als Aufforderung an die Bundespolitik, endlich Reformen für die Menschen zu gestalten – und nicht gegen sie. Eine solche Reform gibt es allerdings nicht zum Nulltarif: Wer Armut wirksam bekämpfen und soziale Sicherheit stärken will, muss dafür auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.

Für das ZFF muss ein gerechter Sozialstaat Menschen verlässlich unterstützen und ihnen ein sicheres Fundament bieten. Stattdessen waren die vergangenen Wochen von Kürzungsdebatten geprägt – und getroffen haben diese vor allem Familien und ihre Kinder. Der geplante Wegfall des Kindersofortzuschlags, Kürzungen beim Wohngeld und angedrohte Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss bedeuten für viele Familien spürbare finanzielle Einbußen und setzen sie unter Druck. Vor diesem Hintergrund kommt der Vorschlag der AWO zur Umsetzung der Sozialstaatsreform zum richtigen Zeitpunkt.“

Britta Altenkamp ergänzt: „Wir begrüßen diese Vorschläge und halten sie für kurzfristig realistisch umsetzbar. Sie gehen aus unserer Sicht jedoch nicht weit genug. Wir brauchen endlich eine realistische und umfassende Neuberechnung des kindlichen Existenzminimums, die die tatsächlichen Bedarfe von Kindern sichtbar macht. Maßstab darf dabei nicht das absolute Minimum sein, sondern muss ein gutes Aufwachsen im Sinne der Kinderrechte sein. Darauf aufbauend braucht es verlässliche und bedarfsgerechte Unterstützungsleistungen für Kinder und Familien – im Sinne einer echten Kindergrundsicherung. Dafür setzen wir uns seit 2009 gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Wissenschaft und Verbänden ein.“

Den Link zur Studie finden Sie hier.

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Pressemitteilung Thema: Kinderarmut

Verbände fordern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen!

Berlin, 19.02.2026 – Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der CDU/CSU und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen.

Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen für Eltern von Kleinkindern.

Britta Altenkamp, Vorsitzende des ZFF, betont: „Kinder und Jugendliche sind keine Randnotiz sozialpolitischer Entscheidungen — sie spüren deren Folgen unmittelbar. Wenn verschärfte Sanktionen im SGB II dazu führen, dass Familien weniger Mittel für Ernährung, Kleidung oder Teilhabe haben, wird nicht gespart — es wird an Entwicklungschancen gekürzt. Armut prägt Alltag, Gesundheit und Bildungswege junger Menschen. Wer zusätzlich Unterkunftskosten begrenzt, rüttelt an den wenigen stabilen Räumen, die Sicherheit und verlässliche Beziehungen ermöglichen. Damit steht nicht nur materielle Sicherheit infrage, sondern das Fundament für Vertrauen, Integration und Zukunftsaussichten von Kindern und Jugendlichen.“

Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.

Der Offene Brief zur Reform des SGB II “Verschärfungen auf Kosten von Familien und Kindern zurücknehmen“ ist hier abrufbar.

Folgende Verbände und Organisationen unterstützen den Offenen Brief zur Reform des SGB II:

Zukunftsforum Familie e. V. (ZFF), Deutscher Juristinnenbund e. V. (djb), evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf), Liga für unbezahlte Arbeit e. V. (LUA), pro familia Bundesverband e. V., Verband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV),

Alltagsheld:innen. Gemeinnützige Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden, Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V., AWO Bundesverband e. V., Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros & Gleichstellungsstellen, BAG Wohnungslosenhilfe e. V., Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) e. V., Bundesverband der Mütterzentren e. V., Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e. V. (BETA), Business and Professional Women (BPW) Germany e. V., Deutscher Evangelischer Frauenbund e. V. (DEF), Deutsches Kinderhilfswerk e. V., Der Kinderschutzbund Bundesverband e. V., Der Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V., Evangelischer Bundesverband Adoption e. V. (EvBA), Evangelischer Fachverband für Frauengesundheit e. V. (EVA), Evangelische Frauen in Deutschland e. V. (EFiD), Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung e. V. (EKFuL), Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung (EZI), Fair für Kinder e. V., Förderverein gewerkschaftliche Arbeitslosenarbeit e. V., Frauenwerk Stein e. V., Sanktionsfrei e. V., Save the Children Deutschland e. V., SOLOMÜTTER,  Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. (SkF), SKM Bundesverband e. V., Sozialverband Deutschland SoVD e. V., Sozialverband VdK Deutschland e. V., TOTAL E-QUALITY e. V., Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V., Volkssolidarität Bundesverband e. V., wir pflegen e. V.